Ostern

Liebe Gemeinde! In diesem Jahr können keine Oster-Gottesdienste in unseren Kirchen stattfinden. Es schmerzt uns sehr, die frohe Botschaft von der Auferstehung nicht gemeinsam feiern zu können.
Das Internet ist natürlich kein Ersatz für die fehlende Gemeinschaft. Dennoch ist es eine Möglichkeit, die Botschaft weiterzugeben. Die Pastorinnen, Pastoren und Kirchenmusikerinnen unserer Gemeinde haben eine kleine Andacht zusammengestellt, die Ihnen ein paar österliche Worte und Gedanken ins Haus bringt.
Seine Sie gewiss: Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja!


Nun ist Hoffnungszeit

Liebe Gemeinde, weil unsere Ostergottesdienste nicht stattfinden können, haben wir Ihnen eine Osterandacht für zu Hause geschrieben. So können wir miteinander verbunden sein in Gedanken und im Gebet. Frohe Ostern! Bleiben Sie behütet!

Hier geht es weiter zur ganzen Andacht mit Gebeten, Predigt und Segen. Und hier finden Sie das Lied zur Osterandacht.


Viel mehr rund um Ostern

  • In diesem Jahr können wir nicht wie üblich unser Osterfest feiern und keines der Feste, die schon in der Woche davor dazu gehören. Das stimmt uns traurig.

    Gerade die Tage die uns zu Ostern führen und das Osterfest selber sind aber für uns und unseren Glauben besonders wichtig.

    Die Einsetzung des Abendmahls am Gründonnerstag hat uns die enge Verbindung zu Jesus geschenkt, die für unser Leben und für die Versicherung des Glaubens immer wieder wichtig ist. - Am Karfreitag bedenken wir den Tod Jesu, der uns auf eine unfassbare Weise freigemacht hat von allem, was uns von Gott trennen kann und uns Gottes Liebe neu gezeigt hat. - Und das Osterfest schließlich lässt uns das Leben feiern, auch das ganz neue Leben aus Gottes Hand.

    So viele wichtige Gedanken, soviel wichtige Erinnerungen dürfen nicht einfach vergessen werden. Gerade in den Zeiten, in denen wir uns gegenseitig nicht treffen dürfen, keine gemeinsamen Gottesdienste und Feste feiern dürfen, ist die Gemeinschaft mit Gott und Jesus besonders wichtig.

    Martin Luther hat betont: Wir brauchen keinen Priester, der uns vor Gott vertritt! Wir brauchen keinen Tempel, um Gott nahe zu sein, wir können selbst priesterlich handeln und Gott direkt in unsere Wohnung in unser Haus einladen.

    Genau dies hat uns dazu bewogen, Ihnen und euch eine kleine Anleitung (pdf-Datei) weiterzugeben, um das Abendmahl als „Agapemahl“ zuhause zu feiern und damit die Nähe Gottes zu erfahren. Nur Mut, es wird gelingen!

  • Unsere musikalische Meditation zu Karfreitag finden Sie auf unseren musikalischen Seiten.


Osterbriefe

Dieses Jahr ist alles anders: Kein Osterfeuer, kein Osterfrühstück mit der ganzen Familie und der große, festliche Gottesdienst am Ostermorgen findet auch nicht statt. Um uns und unsere Lieben zu schützen, müssen wir zu Hause bleiben.

Aber Ostern ausfallen lassen? Auf keinen Fall! Wir wollen als Gemeinde feiern, aneinander denken, miteinander beten und die Gemeinschaft lebendig machen: Mit Osterbriefen!

Die Idee: Wir versenden als Gemeinde Osterbriefe, die nicht nur eine Andacht enthalten, sondern auch einen persönlichen Gruß von je einem Gemeindemitglied. Bunt und herzlich. So wie Ostern ist: lebendig!

Dafür sind alle gefragt! Jung und Alt, Groß und Klein! Wir freuen uns über deine Mithilfe!

weiterlesen ... (pdf-Datei)


Gedanken zu Palmarum

Mit einem Straßenfest startet die Karwoche, mit Pauken und Trompeten, ein Einzug, wie für einen König. Das Volk ist auf der Straße. Den wollen sie sehen, ihm zujubeln und feiern, denn nun soll alles anders werden.

Doch ein paar Menschen ist es mulmig, ahnen sie doch nichts Gutes. Auch mir ist es mulmig zumute. Dieses Jahr ist nichts wie sonst. Was macht die Ausnahmesituation mit mir? Es ändert sich etwas im Kopf.

Worte eines Adventsliedes von Paul Gerhardt helfen mir, mich zu besinnen. Ich finde Ruhe und einen klaren Kopf in diesen Zeiten. Meine Gedanken bekommen Raum und festigen sich.

Gudrun Kühn-Hoppe (Kirchenmusikerin)


Passionsandacht vor Palmarum

„Am Boden!“

Das Bild von Sieger Köder – „Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz“ – ist aus dem Weg Jesu genommen, der ihn zum Kreuz führt. Das Bild zeigt deutlich: Das Kreuz ist eine zu schwere Last, der Weg ist zu weit, die Anspannung zu groß. Und die sengende Sonne am wolkenlosen Himmel ist Zeichen der Hitze, die die Szene umgibt. Hat auch der Himmel kein Einsehen? Jesus hier ganz allein unter der schweren Last.

Das Kreuz erdrückt Jesus: Kaum, dass er seinen Kopf und die Hände noch ausstrecken kann. Die Augen geschlossen. Da ist keine Kraft mehr sichtbar, die zum Aufstehen nötig wäre.

Das Kreuz auf unseren Schultern kann uns auch drücken, erdrücken! Die Last kann auch für uns zu schwer werden. Die Kräfte, die nötig wären, um sich wieder aufzurichten, reichen scheinbar nicht.

Eine Krankheit, die nicht mal eben mit etwas Medizin oder vielleicht sogar einer Operation beendet wäre. Die einfach zeigt, dass sie sich nicht so einfach besiegen lässt. Schmerzen und Einschränkungen gehören dazu. Das alles zwingt zu Boden.

Der Abschied von einem Menschen. Er ist geliebt und von der eigenen Seite gar nicht wegzudenken, ist für immer gegangen. Die Leere: das fehlende Gegenüber, die Pläne für weiterer Gemeinsamkeiten, alles ist plötzlich abgeschnitten. Das zwingt zu Boden.

Die Angst vor dem Virus, diese unheimliche, ungreifbare Gefahr. Manchmal steht sie ganz präsent vor uns. Die Sorge für meine Gesundheit – aber oft auch viel mehr die Sorge um die, die ich liebe.

Ganz unterschiedlich kann das Kreuz auf unseren Schultern aussehen, uns unterschiedlich stark zu Boden zwingen. Manchmal sehen wir noch die Auswege, aber oft genug ist der sprichwörtliche „Tunnel“, in den wir hineinschauen, noch sehr, sehr dunkel. Das Licht an seinem Ende ist kaum zu sehen.

Aber gerade der, der auf dem Bild im Staube liegt, erdrückt von seinem Kreuz, weiß, wie es um uns steht. Jesus kennt unsere Erfahrungen, hat sie durchgemacht bis hin zu seinem Kreuz, bis hin zu seinem Tod. Manchmal bleibt das für uns einfach eine Geschichte, die wir hören. Manchmal sehr fern von dem, was wir gerade empfinden und erleben.

Aber manchmal ist es auch genau das Gegenteil: Gerade weil Jesus das alles kennt und durchgemacht hat, kann er uns besonders nahe sein. Können wir uns an ihn wenden, selbst mit halben Sätzen und gestammelten Worten – ja, auch mit einem verzweifelten Stöhnen. Das geht, weil wir wissen, dass er das alles kennt und uns auch in dieser Situation versteht. Da braucht‘s keine langen Erklärungen, da reicht der Blick auf ihn. Und es ist egal, ob wir Angst oder Verzweiflung oder einfach Hoffnungslosigkeit in uns spüren.

Aber gerade weil wir wissen, dass mit dem Kreuz nicht alles zu Ende war, gibt es auch die Hoffnung auf ein gutes Ende bei uns. Wobei das, was gut ist, sich tatsächlich erst am Ende zeigen wird.

Jesus musste auch erst durch den Tod gehen, um das Leben zu gewinnen. Er hat viel Leid und Erniedrigung ertragen müssen, um dann doch auf ganz andere Weise mit dem Leben davonzukommen.

Darum nehmen wir uns in diesen Wochen die Zeit, über den schweren Weg Jesu nachzudenken, weil dieses Nachdenken uns helfen kann, unsere schweren Wege besser durchzustehen – auch wenn sie manchmal sehr erdrückend sind und uns als unbegehbar erscheinen.

Aber der Himmel hat eben doch ein Einsehen und lässt uns nicht im Staube liegen.

Amen.

Lutz Bruhn